Die FWG Verl zum Kindergarten Sürenheide

Der Bürgermeister hat in der Ratssitzung am 27. Mai ein klares, überzeugendes Konzept für einen Kindergartenneubau vorgelegt, das gleichzeitig hervorragende städtebauliche Entwicklungschancen für den gesamten Ortsteil Sürenheide bietet. Es ist der FWG ein Rätsel, warum die CDU trotzdem immer noch auf dem Holzweg ist, und das noch nicht einmal geradeaus, sondern im Schlingerkurs.


Erst war von einem Verkauf des bestehenden Kindergartengebäudes die Rede, dann bestand plötzlich noch Raumbedarf für die Grundschule, obwohl wir diese doch gerade erst für viel Geld umgebaut und erweitert haben, und nun soll doch der Kindergarten mit 2 Gruppen wie bisher im Gebäude bleiben. Wieso ist die CDU hier so wankelmütig? Uns scheint, hier lag von Anfang an keine klare Linie vor, sondern es wird nur reagiert wie es am besten gerade passt, um Argumente gegen die Lösung des Bürgermeisters zu finden. Vor diesem Hintergrund stellt die FWG die Frage: War es wirklich so, dass die CDU-Fraktion die tatsächliche Größe des Krimphove-Grundstücks gar nicht genau kannte, als sie ihre Neubaupläne fasste? Wäre es dann nicht besser, den offensichtlichen Denkfehler einzugestehen und neu anzusetzen als krampfhaft an einem Plan festzuhalten, der von falschen Voraussetzungen ausgegangen ist?


Um noch einmal auf die Verkaufsabsichten für das Gebäude zurückzukommen: Sind diesbezüglich überhaupt die buchhalterischen Auswirkungen geprüft worden? Der Rat hat auf Antrag der CDU-Fraktion das Entwicklungskonzept 2020 verabschiedet. Darin ist östlich der Fläche an der Posener Straße eine weitere Wohnbebauung vorgesehen. Im „Verler Boten“ 2012 weist die CDU dem Entwicklungskonzept eine entscheidende Bedeutung zu. Wörtlich heißt es: „Denn unser oberstes Ziel heißt Zukunftssicherung. Dabei haben wir einen klaren Leitfaden: das Entwicklungskonzept 2020. Denn nur wer weiß und auch festlegt, wohin die Stadtentwicklung gehen soll, kann langfristig und zielgerichtet planen. (…) Bei allen Investitionen (…) haben wir immer die Zukunftsträchtigkeit im Blick.“


Sehr geehrte Damen und Herren der CDU-Fraktion, wissen Sie überhaupt, was Sie geschrieben haben? Oder sind das alles nur Lippenbekenntnisse? Trägt die CDU-Fraktion dieses von ihr selbst beantragte und verabschiedete Konzept überhaupt noch ernsthaft mit? Oder gibt es inzwischen andere Vorstellungen? Oder aber soll gerade hier die Zukunftsträchtigkeit auf der Strecke bleiben, weil man unbedingt die eigene Lösung durchboxen will? Die FWG jedenfalls ist dafür, an dem Konzept festzuhalten und es auch zu verfolgen.


Laut Verwaltung ist die derzeitige Nachfrage nach Bauplätzen sehr groß. Wie steht die CDU-Fraktion dazu? Hier könnten kurzfristig Bauplätze geschaffen werden, und das in unmittelbarer Nähe zu einem neuen und modernen Kindergarten. Ich möchte hier einmal von der Internetseite des CDU-Gemeindeverbandes Verl zitieren, wo es unter der Rubrik „Dafür stehen wir“ heißt: „Verl ist ein attraktiver Wohnort geworden. Wir werden weiterhin alles daran setzen, dass erschwingliches Bauland für familien- und altengerechtes Wohnen bereitgestellt werden kann.“ Wenn nicht hier, wo sollen dann kurzfristig Bauplätze geschaffen werden, um der Nachfrage nachzukommen?


Weiterhin ist auf der Seite der CDU zu lesen: „Verl braucht eine starke Wirtschaft mit sicheren Arbeitsplätzen. Die Unternehmen müssen sich auf die Rahmenbedingungen verlassen können.“ Warum ignoriert die CDU dann hier den ausdrücklichen Wunsch mehrerer Unternehmen nach Betriebskindergartenplätzen in unmittelbarer Standortnähe? Die CDU betont außerdem: „Die Angebote für Kinder- und Jugendbetreuung müssen bedarfsorientiert ausgebaut werden, Familie und Beruf müssen miteinander vereinbar sein.“ Das wäre durch die Lösung des Bürgermeisters wunderbar gegeben. Aber warum zählt dies in diesem Fall plötzlich nicht mehr?


Gleiches gilt für die Kosten: Betriebskindergartenplätze senken die Unterhaltskosten eines Kindergartens. Auch das wird ignoriert. Dabei heißt es doch im Internet so schön: „Verl ist finanziell gesund. Auch in Zukunft darf nur so viel Geld ausgegeben werden, wie wir haben.“ Warum will man dann hier die Mittel nicht optimal einsetzen? Der Kostenvergleich ist hier doch eindeutig, wie der Bürgermeister aufgezeigt hat. Wie steht die CDU eigentlich zu dem schon lange geäußerten Wunsch des FC Sürenheide, den Rasenplatz zu verlegen? Soll der Sportplatz beim Bau des Kindergartens auf dem Krimphove-Gelände bleiben, wo er ist?


Die Kindergartenleitung und der Elternrat sehen in dem Vorschlag des Bürgermeisters eine gute Lösung. Warum wird auch dies vollkommen ignoriert? Gleiches gilt für die Stellungnahme von Herrn Halke Lorenzen, der die Situation aus rein fachlicher Sicht beurteilt. Auch er bescheinigt dem Vorschlag des Bürgermeisters, dass hierin das größte Entwicklungspotenzial für den gesamten Ortsteil liegt. Die Dorfentwicklung liegt den Bürgerinnen und Bürgern von Sürenheide sehr am Herzen, deshalb sind sie ja aktiv geworden und haben einen Arbeitskreis gegründet. Warum will man vor diesem Hintergrund nicht die bessere und zukunftsweisendere Lösung?


Geradezu absurd ist die ablehnende Begründung des Standortes Posener Straße durch den Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses Herrn Hollenhorst, der anführt, dieser Standort sei zu weit vom Ortszentrum Sürenheides entfernt. Herr Hollenhorst, Sie waren maßgeblich an der Realisierung der beiden Kolpingkindergärten St. Franziskus und Adolph-Kolping beteiligt. Haben Sie einmal geprüft, wie weit diese beiden Standorte vom Verler Orstzentrum entfernt sind? Der Kindergarten an der Lindenstraße liegt sogar direkt am Ortsausgang. Die FWG kann nur an die CDU appellieren: Verlassen Sie den Holzweg und stellen Sie endlich die Sache in den Vordergrund. Eine Machtprobe auf dem Rücken des Ortsteils Sürenheide ist gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern unfair und nicht sachgerecht.